Engel sind männlich - mit Sachsenmeyer
Das Kabarett "Sachsenmeyer & Co." wurde von Stephan Dettmeyer 1986 gegründet und wird von ihm seither künstlerisch und wirtschaftlich geleitet.
Stephan Dettmeyer (Jahrgang 59) kam über das Schreiben auf die Kabarettbühne / schrieb vor der Wende auch für viele andere Kabaretts (u.a. "Herkuleskeule" Dresden) / studierte am Literaturinstitut in Leipzig und (bis zur Wende) Philosophie in Dresden / war von 1990-95 Geschäftsführer eines Reisebusunternehmens / ist seit 1996 freiberuflich als Kabarettist, Schriftsteller (Hörspiele, Gedichte, Roman, Kolumnist etc.) und Fotograf tätig (Fotoausstellungen u.a. in "Kunsthütte" Chemnitz)
In den Strukturen des DDR-Kabaretts galt Dettmeyer als Außenseiter / seine Art, deftige Satire zu machen, sorgte immer wieder für Zusammenstöße mit offiziellen Stellen, die Auftrittsverbote und Verweigerung der Anerkennung als Berufs-Kabarettist nach sich zogen
Seit 1995 betreibt Dettmeyer ein Firma (Veranstaltungs-und Tagungs-Dienst) mit eigenen Spielstätten, in denen er hauptsächlich sich selbst mit seinen Programmen "vermarktet". Es werden nur eigene Texte gespielt. Mittlerweile sind über 25 abendfüllende Programme über die Rampe gegangen.
Gertholm Mai, von Anfang an als Pianist und Kabarettist dabei. Mai studierte Musikpädagogik in Weimar / arbeitet als Klavierlehrer und Chorleiter/ komponiert.
Sachsenmeyer arbeitet in seinen Programmen mit Gertholm Mai und Teresa Junek - beide Keyboard - zusammen. Die Lieder in den Programmen werden von den Musikern komponiert.
In der Kabarett-Kiste gastieren häufig zwei - mittlerweile - relativ eigenständige Gruppierungen: das Frauenkabarett "Elfen-Pein" mit Wiebke Tschöpe, Jana Rudolph, Brigitte Stüdenitz, die "Sachsen-Gaudi" mit Dietmar Holz und Sven Rümmler und der Kleinkunstpreis der Stadt Sebnitz 1998 für das Programm "Andre Länder - keine Sitten" mit Sachsenmeyer&Mai.
Sachsenmeyer versteht sich als politischer Kabarettist, doch nicht in dem Sinne, dass er sich mit der aktuellen Tagespolitik auseinandersetzt wie viele Kollegen - nein, die Tagespolitik und deren Vollstrecker bedenkt er bestenfalls mit einigen Seitenhieben - seine Programme sind politisch im Sinne von "gesellschafts- und systemkritisch". Widersprüche werden reflektiert, selten seziert. Der Titel "Philosoph im Arbeitskittel", den ihm ein Journalist der "Fränkischen Zeitung" angehängt hat, gefällt ihm ausgesprochen gut. Die meisten Programme haben eine Art geschlossene Handlung. Ein Merkmal für die Qualität ist, dass die Programme über die Jahre kaum an Aktualität verlieren, weil sie eben Grundprobleme aufgreifen. Dettmeyer hält der Gesellschaft den Spiegel vor. Er zeigt die Absurditäten und führt ad absurdum. Das Programm "Ein Kübel Graues" läuft mit geringfügigen Änderungen seit 1987!!! Oft merkt man allerdings nicht gleich, was da auf die Schippe genommen wird, wem der Angriff gilt, was als idiotisch gebrandmarkt werden soll - das ist aber bei guter Satire immer so. Das große Vergnügen an Blödsinn, Gags und Wortspielereien ist nicht zu bestreiten. Gewisse rustikale Ausuferungen auch nicht. Die Sachsenmeyer-Figur - natürlich das Markenzeichen! - ist eine naiv-dreiste, frivole, aber ehrliche Haut. Doch Dettmeyer besitzt genügend darstellerisches Potential, um auch in andere Rollen schlüpfen zu können. Bisweilen tut er es auch - doch gegen den Sachsenmeyer ist er machtlos! Der muss immer die Hauptrolle spielen.
Engel sind männlich - mit Sachsenmeyer Termine in Marienberg